Italien - Es brodelt im Weinfass

San GimignanoItalien ist spitze

Italien war auch 1998 mit 55 Mio hl wieder weltweit Nr. 1 in puncto Weinerzeugung und stach damit Frankreich (53 Mio hl) aus. Italien - ein Land der Superlative: Offiziell gibt es 200 Weinbauzonen, zwei Millionen Erzeuger, 400 Rebsorten. Wein - neben den diversen kulinarischen Genüssen Italiens wohl DAS Exportgut: Rund die Hälfte des italienischen Weins fließt ins Ausland. Aber die Konkurrenz schläft nicht, kein Wunder also, dass in den letzten Jahren wesentliche Veränderungen in Gang gekommen sind.

2,7% …kowein

Italien entdeckt den ökologischen Landbau. In keinem Land der EU hat der Anteil an Bioprodukten in den letzten Jahren so zugenommen wie in Italien. So hat sich innerhalb der 90er Jahre die Gesamtanbaufläche des biologischen Landbaus von 13.000 ha (1990) auf 565.000 ha (1998) erhöht, Tendenz steigend! Der Öko-Weinbau nimmt einen Anteil von 2,7 % ein. Wo so viele, darunter auch große und renommierte Weingüter (wie die Fattoria Bruno Nicodemi aus den Abruzzen) umstellen bzw. sich zertifizieren lassen, ist auch die Kennzeichnung von Bioweinen, das "Outen" als solche kein Verkaufshindernis mehr: Noch vor einigen Jahren verzichteten die Winzer Fratelli Rovero aus San Marzanotto bei Asti auf eine Bio-Kennzeichnung auf dem Etikett aus ökonomischen Erwägungen!

Offene Fragen

Natürlich: Keine Veränderungen ohne oftmals auch berechtigte Fragen: Stellt die EG-Bioverordnung nicht eine Verwässerung dar? Wird der Zusammenhalt der Biowinzer nicht geschwächt, indem keine Anbauverbände zwischengeschaltet sind? Ist die Einteilung der DOCs nicht zu willkürlich? Was ist von der DOC Piemont zu halten?

In Italien tut sich jedenfalls was ÷ und wir können uns auf die zahlreichen neuen Bioweine freuen, die uns in den nächsten Jahren erwarten werden.

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